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Neue Mitte Ulm – UNESCO verfügt Teilabriss / 5.4.07
Das Rathaus Ulms steht Kopf : kurz nach dem Osterfest erreichte die Stadt ein offizielles Schreiben aus Paris von der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, in dem es heißt, dass die Internationale Organisation von den Verantwortlichen der Stadt den Abriss mehrerer Gebäude verlangt, die zur Neuen Mitte Ulms gehören. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um das Weishaupt-Museum und die Pyramide, die die Stadtbibliothek beherbergt.
In ihrer ausführlichen auf einem Gutachten basierenden Begründung erläutern die Sachverständigen der UNESCO die Abrissverfügung mit den Worten: „Der Museumsbau unterscheidet sich kaum von der funktionsorientierten Architektur der fünfziger Jahre, wie sie z.B. gegenüber dem Ulmer Hauptbahnhof anzutreffen ist; das Weishaupt-Museum ist groß und ungegliedert und wirkt wie ein massiger Klotz. Von der Kramgasse kommend, fühlt man sich gar an die Verhältnisse in Berlin-Kreuzberg vor dem Mauerfall erinnert: eine hohe öde Grenzmauer blockiert den Strassenausgang. Wolfram Wöhrs Bau ist aus ästhetischer Sicht völlig inakzeptabel.“ Grundlage der Pariser Entscheidung ist ein Gutachten, das die Architektin und Autorin Ingeborg Flagge der UNESCO nach ihrem Besuch in Ulm vorgelegt hatte.
Auch die nach Plänen des Architekten Gottfried Böhm direkt neben dem Rathaus errichtete Pyramide soll nach dem Willen der Organisation möglichst bald verschwinden. Dieser Bau wirke wie ein Fremdkörper in der Altstadt und stehe in unerträglichem Kontrast zu allen umliegenden Gebäuden, und das gelte sowohl für die Form des Baukörpers und dessen Proportionen als auch für die gewählten Baumaterialien.Von keinem Bürger könne erwartet werden, dass er sich an diesen „Pfahl im Fleisch des Stadtkörpers“ jemals gewöhne.
Da die UNESCO mit der Konsequenz gedroht hat, Ulm weder 2008 noch in naher und ferner Zukunft zur Weltkulturhauptstadt zu machen, wenn die Abrissverfügung ignoriert werde, bleibt der Stadt wohl keine andere Möglickeit, als der Anordnung Folge zu leisten.
Gönner reagierte in einer ersten Stellungnahme entsetzt und ratlos: „Wir können die Entscheidung der UNESCO nicht verstehen. Ausserdem stellt sie uns nach vollzogenem Abriss vor ungelöste Probleme. Die Pyramide sollte langfristig, wenn durch die zunehmende Macht des Internets eine Stadtbibliothek überflüssig geworden sein wird, als meine letzte Ruhestätte dienen. Diese Pläne sind nun zunichte gemacht. Wir stehen wieder ganz am Anfang.“
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Kunsthalle Weishaupt (West-, Nordost- und Ostansicht)
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