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Rivoir und die dummen Bürger/ 30.9.09

Wie würden Sie, verehrte Leser, reagieren, wenn Sie Sprecher einer Partei wären, die eine katastrophale Wahlniederlage erleiden musste, wenn Ihnen Millionen von Wählern das Vertrauen entzogen hätten?

Richtig. Sie würden kleinlaut sagen: Wir müssen da gravierende Fehler gemacht haben. Es bedarf einer Neubesinnung und Neuorientierung, auch personell. Alle, die für die Fehler verantwortlich sind, müssen dafür gradestehen, ihr Amt zur Verfügung stellen, in die zweite Reihe treten. Unsere Ziele und Programme müssen überdacht werden. Wir müssen als Partei wieder den Kontakt zu unseren potenziellen Wählern finden.

Was sagt Herr Rivoir, der Ulmer SPD-Kreisvorsitzende und MdL in einem heute in der SWP erscheinenden Gespräch mit H.U. Thierer?

SWP:
Einverstanden, dass der Wahlverlierer Steinmeier Fraktionschef wird?
Rivoir:
Was heißt Wahlverlierer…
SWP:
…hat er gewonnen?
Rivoir:
Nein – aber trotz des schlechten Wahlergebnisses, eben doch auch, nämlich Sympathie. Das war im Wahlkampf zu spüren, zu Stimmen hat es halt nicht gereicht.

So erfahren wir also vom Ulmer Landtagsabgeordneten, dass die SPD „eigentlich“ gewonnen hat, wenn auch nur Sympathie.O Gott, ist dieses Geschwafel peinlich! Schon nach diesen Äußerungen überkommen den Leser große Zweifel an der Verstandeskraft des SPD-Abgeordneten. Klarheit bei der Einschätzung des Geisteszustandes herrscht nach folgenden Worten.

Rivoir:
Es gibt an der Niederlage nichts zu deuteln.
SWP:
Woran lag s?
Rivoir:
Es ist überhaupt nicht gelungen, das rüber zu bringen, was die SPD in der großen Koalition und Regierung geleistet hat.

Aha! Die Wähler und Nichtwähler waren mal wieder zu blöde, die guten Taten einer Partei zu erkennen und entsprechend zu würdigen.
Von einem Politiker müsste man mehr Respekt gegenüber dem Volk verlangen, das er repräsentieren will und soll. Aber solche Erwartungen sind in unserer Zeit wohl zu hoch. Herr Rivoir hat offensichtlich noch nicht annähernd verstanden, was passiert ist und weshalb. Dabei hat er gar nicht so viel Zeit zu einer Wahlanalyse mit Verstand und ohne Selbstbetrug, denn schon 2011 wird der Landtag in Baden-Württemberg gewählt.

Wir vom Donaufisch sind wirklich froh, dass schon bald Landesvorstandssitzung der SPD in Stuttgart ist. Dann hört der Martin endlich von anderen Genossen, wie die Lage zu beurteilen ist und wie zukünftig verfahren werden soll, und ist dann auch das Problem los, selbst denken zu müssen.