Der Journalist Hans-Uli Thierer erhält zeitlich befristet einen Lehrstuhl für Sozialphilosophie an der Donau- Akademie in Ulm. Dies geht aus einem Bulletin hervor, das der Vorsitzende des Initiativkreises Donau-Akademie Peter Langer den Medien übergab. Damit ist die erste personelle Entscheidung gefallen noch vor Gründung der Akademie und vor Errichtung eines schmucken Akademiegebäudes an den Ufern der Donau.
Wie die Medien mehrfach berichteten steht die Gründung einer Donau-Akademie in Ulm unmittelbar bevor. Zu den Aufgaben zählt insbesondere die Unterstützung der Stadt bei deren Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas sowie die Förderung der europäischen Integration. Gerade hierbei erhoffen sich die Gründungsväter der Akademie wesentliche Impulse von dem nun Berufenen. Das Bulletin enthält eine ausführliche Begründung der Entscheidung. Darin heißt es:
„Mit dem Journalisten Thierer berufen wir einen ausgewiesenen Fachmann für Integrationsfragen an unser Institut. Seine Beiträge zur Ambivalenz des Reformbegriffes, zur zerfallenden Klassengesellschaft und zur Funktion des Mehrgenerationenhauses im Prozess der Integration sind richtungsweisend und stoßen in der Fachwelt auf außerordentlich große Resonanz.“
Die Auswahlkommission nimmt vor allem Bezug auf einen Essay Thierers, der unter dem Titel „Alle Versuche wert“ am 14.4. in der Zeitschrift „Soziales/Wirtschaft/Philosophie“ (SWP) erschienen war. Darin skizzierte Thierer seine Theorie des Mehrgenerationenhauses, das zu einer Transformation der fraktionierten Stadtgesellschaft zu einer Gemeinschaft der Klassenlosen führen werde.
Äußerst bescheiden reagierte Thierer in einer ersten Stellungnahme: Seine Theorie baue auf den Überlegungen Gönners auf. Ohne dessen Vorarbeit sei seine Leistung nicht denkbar. Gönner hatte noch vor Erscheinen des Essays gesagt: „Wir müssen durch neue Gebäude mit neuen Konzepten und neuen Gedanken zu einer neuen Solidarität der Generationen kommen.“