Donaufisch - das erste virtuelle Gasthaus Ulms
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Stilistische Anmerkung und Bitte / 19.6.2009

Wie die Besucher der Gaststätte Donaufisch wissen, sitzen am Stammtisch auch Brüder und Schwestern, die pädagogische Berufe ausüben und deshalb ein besonderes Interesse an der Spracherziehung der Menschen haben. Ja, es gibt sogar einen Lehrer, der streng und altmodisch, immer wieder sein Lieblingsthema zur Sprache bringt. Ihn interessiert an Presseartikel oder auch an mündlichen Äußerungen oft weniger, was gesagt wird, seine Aufmerksamkeit gilt der Art und Weise, wie etwas gesagt wird. Manche runzeln schon die Stirn, wenn er zu einem stilkundlichen Vortrag ansetzt. Heute (19.6.2009) war es wieder so weit. Anlass war ein Satz des Lokalchefs der SWP, der in einem Artikel über die Sanierung der Ulmer Volkshochschule schrieb: „Was es nicht alles gibt in unserem geregelten Land“.

„Geregelt“, so unser Spracherzieher, stamme vom Verb „regeln“, sei, um es genau zu sagen, das Partizip Perfekt dieses Verbs. Im Satz aus dem Presseartikel werde es in der Funktion eines Adjektivs verwendet. Allerdings in unzulässiger Weise. Man spreche zwar von einem „geregelten Leben“, von „geregeltem Alltag“ und von „geregeltem Katalysator“, aber niemand mit Stilempfinden gebrauche die Formulierung „geregeltes Land“. Gemeint sei wohl „ein Land, in dem viele Regeln gelten“, in dem „zu viel reglementiert Ist“…

So redete und redete und belehrte uns der Stammtischbruder. Damit uns solche langweiligen Vorträge am Stammtisch erspart bleiben, möchten wir den von uns als äußerst sprachkompetent angesehenen Herrn Petershagen bitten, sich zukünftig die wichtigen Artikel der Lokalredaktion vor deren Veröffentlichung durchzuschauen und stilistisch zu überarbeiten. Wir danken im Voraus.