|
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
|
Sparkasse Ulm und Demokratie in der Gemeinde / 9.5.2011 Teil 1
Die Ulmer Sparkasse verfügt über eine stattliche Zahl an Gebäuden im Zentrum Ulms: Neben dem Hauptgebäude (3) besitzt sie zwei Grundstücke (1 + 2), wenige Meter weiter östlich ist sie Eigentümerin eines Neubaus (4) direkt am Rathaus (Fertigstellung 2006, Kosten 20 Millionen) , auf dem Weinhof (B) sitzen Mitarbeiter der Sparkasse in den Gebäuden 7-10 sowie 6 und 9. Unweit des Hauptbahnhofes steht in der Hauffstraße ein großes Gebäude, das sich im Besitz der Sparkasse befindet und von dieser genutzt wird. Die Sparkasse Ulm ist wie ein Krebsgeschwür im Herzen Ulms.
An der Neuen Straße (1+2) soll bis 2014 für 25 Millionen ein siebenstöckiger Neubau entstehen, das Hauptgebäude (3) wird abgerissen und mit einfallslosen überdimensionalen Quadern sechsgeschossig bebaut. Kosten mindestens 48 Millionen Euro.
Abbildung unter:
A Neue Straße B Weinhof 1 Neue Str.58 2 Neue Str.60 3 Neue Str.66 4 Sparkasse Neue Mitte 6 Rathaus
|
|
|
|
|
|
Vor dem Krieg stand auf dem Gelände der Sparkasse (3) die Ulmer Synagoge, die von Nationalsozialisten in der Nacht vom 9./10.November 1938 in Brand gesteckt wurde. Jetzt soll auf dem Weinhof (B) eine neue Synagoge gebaut werden.
Erst als dieser Neubau der Synagoge feststand, gab die Sparkasse bekannt, dass sie ihren Hauptsitz (3) nicht sanieren, sondern neu bauen wolle. Begründet wurde die Abkehr von den bisherigen Plänen einer Sanierung des 1957 errichteten Hauptgebäudes mit zu hohen Kosten.
Während das Sparkassengebäude westlich (1 + 2) ein Stuttgarter Architekturbüro bauen wird (Ergebnis eines Architekturwettbewerbs 2008), errichtet das Ulmer Büro „Nething Generalplaner“ das neue östliche Hauptgebäude (Ergebnis einer Architekturwettbewerbs 2011).
In der achtköpfigen Jury, die Nethings Entwurf auswählte, saßen neben anderen der Sparkassenchef Manfred Oster, sein Stellvertreter Dr. Steeb sowie der Ulmer OB Ivo Gönner, Landrat Heinz Seifert und Baubürgermeister Wetzig.
Der Verwaltungsrat der Sparkasse hat dem Entwurf bereits zugestimmt. Still und schnell und von der Öffentlichkeit unbemerkt (da durch die Lokalzeitung nicht informiert) lief alles ab.
Jetzt können sich die Ulmer noch die acht Entwürfe anschauen, die zur Wahl standen. Mitreden konnten und können sie nicht, obwohl dieses monströse Bauvorhaben an exponierter Stelle der Donaustadt entstehen und das Gesicht Ulms stark verändern wird.
Die Idee, die Zentrale der Sparkasse außerhalb Ulms anzusiedeln, kam niemandem. Dabei wird der weitaus größte Teil der neuen Gebäude nur von einer Verwaltung genutzt werden, die keinen Kontakt zum Kunden hat.
...und was meint Quasselstrippe zu all dem?
Alle in Ulm wollen, dass Innenstädte nicht veröden. Deshalb bauen sie auf riesigen Flächen im Zentrum abscheuliche Gebäude, die ab 17 Uhr unter der Woche und jedes Wochenende menschenleer sind.
|
|
|
|
|
|
Auf der Fotomontage oben sehen Sie den Entwurf für das neue Gebäude der Sparkasse, das bis Ende 2014 fertig gestellt sein soll.
Die Abbildung unten zeigt die alte Sparkasse, die von 1955 bis 1957 erbaute wurde.
Unschwer zu erkennen: Das neue Gebäude wirkt wesentlich leichter und eleganter. Der alte, klobige Nachkriegsbau mit drei einfallslos aneinander gereihten Quadern passt dagegen nicht mehr in Ulms Neue Mitte , die sich unter der Federführung Baubürgermeister Wetzigs der Modernität verschrieben hat.
|
|
|
|
|
|
Lesen Sie demnächst im DF das Interview, das Quasselstrippe mit dem Vorstandsvorsitzenden der Ulmer Sparkasse Manfred Oster führte und das Überraschendes ans Tageslicht brachte.
|
|