Donaufisch - das erste virtuelle Gasthaus Ulms
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Betriebsferien

Das virtuelle Gasthaus Donaufisch macht Urlaub. Wie lange? Wir wissen es noch nicht.

Unsere Hoffnung ist, dass es im Internet bald eine andere Site geben wird, die politisches Geschehen in Ulm verfolgt und kommentiert. Nötig wäre es, da die Südwest Presse weder willens noch in der Lage ist, die städtische Verwaltung, die gewählten Volksvertreter und andere Akteure im kommunalpolitischen Kräftespiel zu kontrollieren. Fehlende Distanz vor allem zum Oberbürgermeister machen die Ulmer SWP zu einem harmlosen Hofberichterstatter.

Die Lokalzeitung versagt in Ulm oft schon bei der Aufgabe, über alle wichtigen Ereignisse angemessen zu berichten. Manches kommt erst gar nicht in die aktuelle Ausgabe (Siehe die Berichterstattung über den kriminellen Ulmer Baubürgermeister Wetzig), anderes wird dem Leser viel zu spät mitgeteilt (Exemplarisch der Fall des Ulmer IHK-Vorsitzende Dr. Kulitz, der 2007 die Ulmer Volksbank von der Öffentlichkeit unbemerkt beinahe zugrunde gerichtet hätte)

Auch die meisten Ulmer Gemeinderäte sind keine verantwortlich handelnde Kontrollinstanz. Sie vertreten Einzelinteressen von Vereinen, Stadtteilen, Gruppen usf. Der Gemeinderat als Ganzes ist zum bloßen Akklamationsorgan eines Oberbürgermeisters degeneriert, der Ulm trotz exzellenter Einnahmen in die höchste Verschuldung geführt hat, die diese Stadt jemals zu verzeichnen hatte.

Die wenigen Stadträte, die gelegentlich Verantwortung, Intelligenz und Mut zeigen und zumindest zeitweise das allgemeine Interesse der Stadt im Blickfeld haben, finden bei der Lokalpresse geringe Resonanz und dringen deshalb mit ihren Ideen und Vorschlägen oft gar nicht in die Öffentlichkeit. Über den profilneurotische Stadtrat dagegen, der einen Hund besitzt, der Mobiltelefone frisst, oder den Unternehmer, der mit Fotos in seinem Auto für die Wahl seiner Tochter für den Gemeinderat wirbt, berichtet die Zeitung gerne.

Der Donaufisch hat sich Mühe gegeben, die politischen Ereignisse und Akteure kritisch und humorvoll zu begleiten. Wir hoffen, dass uns dies gelegentlich gelungen ist. Wir wissen aber auch, dass wir oft viel schärfer und deutlicher hätten sein müssen. Andere werden es besser machen.

Ulm, am 31.12.2010