Donaufisch - das erste virtuelle Gasthaus Ulms
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Gespräche am Stammtisch / 4.1.10

Heute war Rudi bei uns am Stammtisch. Wir schätzen ihn nicht nur wegen seiner Kenntnisse über die Ulmer Geschichte. Er berichtete über den diesjährigen Neujahrsempfang im Ulmer Rathaus. Wir haben durch unser Fernbleiben überhaupt nichts versäumt. Es war wie jedes Jahr: Viel Bla-Bla, nur Trivialitäten, närrischer Optimismus gemischt mit einer ordentlichen Portion Selbstgefälligkeit („die entscheidenden Weichen für die Zukunft sind gestellt“).

Etwas allerdings war neu: Nein, nicht der Durst des Ulmer Oberbürgermeisters nach süffigem Rotwein, sondern seine oberlehrerhafte Schelte für jene Stadträte, die allmählich anfangen, selbst zu denken und zu entscheiden und nicht länger an Gönners Marionettenfäden hängen mögen. Palastrevolte sozusagen. Offene Rebellion gegen den Ulmer Schuldenkönig.

Am Stammtisch mussten wir alle herzhaft darüber lachen, dass ausgerechnet Ivo Gönner die Stadträte mahnt, verantwortlich zu handeln, nicht zu taktieren, aufrecht für eine politische Linie einzustehen. Vielleicht fragt ihn ja mal demnächst einer im Gemeinderat, ob das denn verantwortliches Handeln sei, wenn ein Oberbürgermeister in einer Finanz- und Wirtschaftskrise für etliche Millionen eine Basketballhalle (Pardon: „Multifunktionshalle“) bauen lasse.

Ein Trost ist, dass der Schuldenkönig in dieser schweren Zeit nicht allein ist. Ein schönes Foto, das ihn und Helga Malischewski auf dem Neujahrsempfang zeigt, wurde neulich in der Lokalzeitung abgedruckt. Da sah der aufmerksame Betrachter in Helgas Augen und Antlitz das, was Ulms Stadtoberhaupt sich von allen seinen Räten wünscht: Bewunderung, Demut, Gehorsam. Zum Zeichen seiner Anerkennung fasste der Oberbürgermeister die rot gewandtete Rätin an beiden Handgelenken und schenkte ihr den unwiderstehlichen Humphrey- Bogart-Blick („Ich schau dir in die Augen, Kleines“). Hätte nur noch gefehlt, dass Hattler auf seinem Bass „As Time Goes By“ gezupft hätte…

Na ja, da Rudi sonst leider keine Neuigkeiten mitgebracht hatte, kramten wir ein paar alte Fotos hervor. Darunter auch das von Annette aus dem Jahr 1975.

War unsere Annette Schavan damals nicht ein heißer Feger? Ihr hättet mal hören sollen, was die für eine Röhre hatte.

Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz?
My friends all drive Porsches, I must make amends.
Worked hard all my lifetime, no help from my friends,
So Lord, won't you buy me a Mercedes Benz?

Keine konnte fünf Jahre nach Janis Tod dieses Lied so singen wie Annette. Aber das ist lange her und heute ist sie so verkrampft und muss sich Tag für Tag im Bundesbildungsministerium Gedanken darüber machen, wie wir unsere Kinder in den Schulen und Universitäten noch mehr mit sinnlosen Leistungsanforderungen quälen und sie damit zu Neurotikern und Psychopathen machen. Um sie etwas aufzuheitern, sollten der Donaufischstammtisch mal wieder eine Flasche Ingwerlikör oder Southern Comfort nach Berlin schicken.