|
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
|
Missverständnis und Rechenfehler / 4.7.10
Nun kann er leider nicht gebaut werden, der von Gottfried Böhm entworfene futuristische Turm der Ulmer Wengenkirche, der genau so ausgesehen hätte wie das neueste Raumschiff von Darth Vader. Warum nicht? fragen sich die Ulmer, die sich nichts sehnlicher wünschten als die Realisierung dieses Projektes. Die Erklärung ist verblüffend einfach: Ein kleines Missverständnis und ein kleiner Flüchtigkeitsfehler.
Am vergangenen Freitag lud Oberbürgermeister Gönner Vertreter der katholischen Kirche, des Landes Baden-Württemberg und Baubürgermeister Wetzig zu sich ins Rathaus. Zusammen rechneten sie nochmals die Baukosten durch. Prompt bemerken die Herren, dass doch tatsächlich bisher vergessen worden war, Mehrwertsteuer zu den veranschlagten Baukosten zu addieren, somit der Wengen-Turm nicht 1,2 Millionen, sondern 1,5 Millionen Euro kosten wird. (Ergibt 1,2 Millionen plus 19 Prozent tatsächlich 1,5 Millionen?)
Uns vom DF-Stammtisch machte diese Nachricht richtig stolz, da sie doch zeigt, dass die Ulmer Intelligenz im Rathaus auch schwierige mathematische Aufgaben zuverlässig zu lösen imstande ist. Aber dies hätte noch nicht zur Verschiebung des Bauprojektes geführt.
Wie die Ulmer Stadtverwaltung vor wenigen Tagen bekannt gab, wollten sich die Katholische Kirche, das Land Baden-Württemberg (das Eigentümer des Wengenturmes ist) und die Stadt Ulm die Kosten teilen: 400.000 sollte jeder bezahlen. Nun fiel Herrn Wetzig und den Vertretern des Landes in der Freitagssitzung ein, dass Baden-Württemberg eigentlich nie vorhatte, 400.000- Euro für den Turm auszugeben.
Wir vom Stammtisch vermuten, dass sich unser Baubürgermeister Wetzig in dem entscheidenden Telefonat mit der Stuttgarter Regierung verhört hat. Während die Regierungsvertreter sagten: „Wir übernehmen die Kosten für die Stabilisierung des Turmes in Höhe von 100.000 Euro“ verstand Herr Wetzig: „Wir zahlen ein Drittel der Bausumme“. Ein einfaches Missverständnis also, das kann schon mal vorkommen.
Nun hätte sich aber durch die Entdeckung des Rechenfehlers und die Aufdeckung des Missverständnisses der Finanzbeitrag Ulms zum Wengenturm von 400.000 auf eine volle Million erhöht. Deshalb beschlossen die versammelten Herren, das Projekt sofort zu stoppen. Die Ulmer Gemeinderäte wurden, wie sich das gehört, Tags darauf auf direktem Wege durch die Lokalpresse informiert.
Wir vom Stammtisch sind froh, dass wir mit unserem Oberbürgermeister und Herr Baubürgermeister Wetzig verantwortungsvolle Politiker im Rathaus haben, die nicht nur von den klammen öffentlichen Kassen reden, sondern mit dem Sparen richtig ernst machen.
Dennoch geben wir die Hoffnung nicht auf: Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Sollte die Stadtkasse dann gefüllt sein und der Bau eines neuen Wengenturmes in Angriff genommen werden, hätten wir ein paar alternative Vorschläge zu dem Turmentwurf Gottfried Böhms.
Einer der bedeutendsten Stadträte Ulms und ein ausgewiesener Fachmann für moderne Kunst, Herr Gerhard Bühler von den Freien Wählern, bescheinigte unseren Entwürfen bereits außerordentliche ästhetische Qualität: „Das Stadtbild verträgt diese Türme“, sagte Herr Bühler zum Wirt Quasselstrippe, als dieser ihm die Turmentwürfe für die Wengenkirche präsentierte.
Nachstehende Fotos zeigen die innovativen Entwürfe. Sie tragen (von links nach rechts) folgende Titel: 1..Unbefleckte Empfängnis 2..Sieben Plagen, 3.. Wasser zu Wein 4. Erlösung, 5. Fegefeuer, 6. Hiob,
|
|
|
|
|
|
|
|