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Ulmer Kolosseum / 5.4.07
Es gibt wohl nur wenige in Ulm, die eine große Sport- und Veranstaltungshalle für unnötig halten. Für sportliche Wettkämpfe wird sie ebenso gebraucht wie für Konzerte. Und eines ist gewiss : eine solche Multifunktionshalle, wie sie gern genannt wird, wird kommen, ob in Muthenhölzle in Neu Ulm oder nahe der Donauhalle in Ulm.
Aber ist es so verkehrt, wenn ein Oberbürgermeister dazu rät, sorgfältig mehrere Möglichkeiten zu prüfen, ehe eine Entscheidung getroffen wird, mit der man dann leben muss auf lange Zeit? Das Modell des privaten Investors Volker Arenth besticht zunächst : eine Halle mit fast 7000 Plätzen für nur 15 Millionen Euro – und das alles nach den Plänen des Immoblienmaklers Arenth in kürzester Zeit realisiert.
Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, wie vage Volker Arenths Konzept in wesentlichen Teilen doch ist. Wieviel Unterhaltskosten werden die Städte Ulm und Neu Ulm jährlich zahlen müssen, wie teuer kommt die Basketballer die Nutzung einer privaten Halle? 400000.- für Ulm jährlich? 500000.-? Oder noch mehr?
Aus den miserablen Erfahrungen mit Herrn Stichler und dem privaten Atlantisfreizeitbad sollten wir doch unsere Lektion gelernt haben : Nicht alles, was private Investoren im Freizeit- und Kulturbereich auf die Beine stellen, ist gut. Klar! Es kann gut sein – und vielleicht wird Volker Arenth ein solides Projekt realsieren, mit dem wir alle zufrieden sein können. Es kann aber auch in einer finanziellen Katastrophe enden, für deren Kosten der Steuerzahler dann wird bezahlen müssen.
Erinnern Sie sich, wieviele kleine Städtchen und Gemeinden Mehrzweckhallen und Schwimmbäder gebaut haben, weil sie ihren Bürgern was Gutes tun wollten und weil es vom Bund oder vom Land Zuschüsse gab? Und erinnern Sie sich auch daran, wieviele in den Jahren nach Fertigstellung dieser Projekte ihre Hallen und Schwimmbäder wieder stilllegen mussten, weil die Finanzen es nicht erlaubten, den teuren Unterhalt zu bezahlen?
Man kann einen Politiker nur loben, wenn er zur Besonnenheit rät und eine sorgfältige Vorbereitung eines Großprojektes verlangt. Der OB zeigt, dass er mit dem Geld der Bürger verantwortlich umzugehen versucht. Die Basketballer werden ihr „Kolosseum“, ihre „Ratiopharm-Arena“ oder ihre „Gold-Ochsen-Multi-Halle“ bekommen, ein bisschen Geduld müssen sie aber schon noch haben.
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