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Axel Hacke, Der weiße Neger Wumbaba (2004)
Sie haben Sinn für Humor und lachen gerne? Finden aber das, was uns das Fernesehen an „comedy“ vorsetzt, meist eher zum Gähnen oder zum Heulen? Dann sollten Sie Texte von Axel Hacke lesen, einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung. Dort erscheinen regelmäßig Kolumnen von Hacke, wunderbare Texte, die durch einen Humor bezaubern, der niemanden verletzt und sich über niemanden lustig macht. Viele seiner Texte hat der Journalist in einer Reihe von Büchern einer literarisch interessierten Öffentlichkeit vorgelegt.
Ein kleines Büchlein, das aus Hackes Feder stammt und mit Illustrationen von Michael Sowo versehen ist, spürt dem Phänomen des Falschverstehens nach und trägt folgerichtig den Untertitel „Kleines Handbuch des Verhörens“. Die meisten von Ihnen werden das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius kennen. Dort heißt es:
Der Wald steht still und schweiget, Und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.“
Können Sie sich vorstellen, dass sich jemand verhört und anstelle des letzten Verses „der weiße Neger Wumbaba“ versteht? Tatsächlich vorgekommen und Hacke hält die „Verhörer“ für einen kreativen Segen. Verhören beflügelt, so philosophiert der Autor, die kindliche Fantasie über Jahre bis zur Aufklärung des Irrtums oft viel stärker, als es der Originaltext vermocht hätte.
Aus unzähligen Briefen, die Hacke von Zeitungslesern erhielt, erfuhr er von so vielen falsch verstandenen Lied- und Songtexten, dass er genügend Material für ein Büchlein zusammenhatte. Bei dessen Lektüre werden Sie auf zum Teil erstaunliche Neuinterpretationen von Texten stoßen, die Sie seit Ihrer Kindheit oder Jugendzeit kennen. Von „Hänschen klein“, „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ über Madonna (La Isla Bonita) bis hin zu den Beatles und BAP (Verdamp lang her) werden Ihnen Beispiele präsentiert, die zeigen, dass alles mißverstanden werden kann.
Ganz nebenbei werden Sie auch noch auf eine amüsante Art mit der geistesgeschichtlichen Seite des Verhörens vertraut gemacht, indem Hacke Ihnen erzählt, was Goethe, Thomas Mann und Karl Valentin zu dem Thema zu sagen hatten.
Axel Hacke, Der weiße Neger Wumbaba. München 2004. 63 S. 8,90 €
Axel Hacke, Ich sag s euch jetzt zum letzten Mal. München 2000. 152 S. 10,90 €
Axel Hacke, Das Beste aus meinem Leben. München 2003. 284 S. 9,90 €
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