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Die Kulturredaktion der SWP und Kurt Fried / 9.2.2008

Mit welchen Themen befasst sich die Kuturredaktion der SWP in der Ausgabe vom Samstag?

Frau Kollros rezensiert eine Aufführung vom Theater Ulm, in der das Trauerspiel „Die Nibelungen“ von Friedrich Hebbel als „märchenhaftes Figurentheater“ auf die Bühne gebracht wird. Herr Pusch berichtet über eine Ausstellung im Landratsamt, die großformatige Fotos von Familien zeigt. Eine Premiere der Theaterei Herrlingen wird besprochen und das Buch einer in Ulm lebenden Lyrikerin vorgestellt. Wolf-Henning Petershagen, Historiker und Dialektspezialist, geht der Frage nach, ob es sich bei den Überresten einer Kalksteinmauer, die auf den südlichen Judenhof ausgegraben wurde, um Reste einer mittelalterlichen Frauensynagoge handelt. Von Gräueltaten der Nazis und einem Prozess, der 1958 in Ulm gegen Naziverbrecher geführt wurde, handelt ein gelungener Artikel des Lokalredakteurs Böhmer.

Haben die Redakteure da nicht etwas Wichtiges vergessen?

Am Samstag erschien ein Buch, in dem die tragische Geschichte der bekannten Ulmer Familie Fried während der Nazizeit erzählt wird. Ausführlich handelt dieses Buch von der Beziehung Franz Frieds, dem Besitzer eines Schuhgeschäftes, zu seinem Sohn Kurt. Kurt Fried gilt als Mitbegründer der SWP, er war jahrelang in Ulm als Kunst- und Kulturkritiker tätig.

Haben die Redakteure ihr Rezensionsexemplar verlegt, das sie sicher zum Zweck einer Besprechung vom Verlag erhalten haben? Passte eine Buchkritik nicht in ihre Prioritätenliste? Waren die Redakteure überlastet?

Der Erstverkaufstag des Buches am 9.2. hätte der Kulturredaktion die Chance gegeben, ihrem 1981 verstorbenen Kollegen Kurt Fried Respekt und der interessierten Ulmer Öffentlichkeit einen Dienst zu erweisen. Vermutlich erinnert sich die Redaktion erst dann wieder dieses Buches, wenn die Lesung der Autorin Amelie Fried im Ulmer Stadthaus am 4.3.2008 ansteht.