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Stadtgefängnis / 25.7.2010

Nach reiflicher Überlegung hat sich nun die Stadt zum Kauf einiger Zellen in der Justizvollzugsanstalt Ulm entschlossen, die Sie auf unserem Archivbild unten sehen. Diese stadteigenen Zellen sollen genutzt werden, falls im Dienst der Stadt tätige Beamte und Angestellte durch das Begehen von Straftaten zu Haftstrafen verurteilt werden und damit Monate oder gar Jahre Ulm nicht zur Verfügung stehen.

Wie das spirituelle und humoristische Oberhaupt der Ulmer Ivo Gönner bekannt gab, sei dieser Kauf auch als Beitrag zur Sparpolitik zu sehen: „Auf Mitarbeiter mit Sachverstand und Erfahrung wollen und können wir nicht verzichten, wenn sie wegen unbedeutender Verfehlungen mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Das Ausscheiden wichtiger Entscheidungsträger der Stadtverwaltung würde die Stadt zu viel Geld kosten“.

Wir vom DF-Stammtisch halten dieses Ulmer Stadtgefängnis für eine ganz ausgezeichnete Idee, weil mit dessen Hilfe mehrere Ziele gleichzeitig erreicht werden: der Stadt wird keine bürokratische Kompetenz entzogen, sie verliert somit kein Geld und außerdem wird ein Beitrag zur Resozialisierung der Straftäter geleistet.

Es wäre darüber hinaus wünschenswert, dass nicht nur führende Persönlichkeiten der Stadtverwaltung in den Genuss eines Strafvollzuges im Stadtgefängnis kommen, sondern auch Personen aus der Wirtschaft, Politik und Kultur dort ihre Gefängnisstrafe absitzen und gleichzeitig ihre Arbeit weiter erledigen können, vorausgesetzt freilich, dass es sich bei diesem Personen um „systemisch wichtige“ handelt.

Falls der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig wegen seiner illegalen Finanztransaktionen mit Stephan Braunfels zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden sollte, plant die Ulmer Stadtspitze dem Vernehmen nach, die Bauverwaltung in einem Nachbargebäude des Ulmer Stadtgefängnisses unterzubringen, um durch räumliche Nähe eine reibungslose Kooperation zwischen inhaftiertem Bürgermeister und Verwaltung zu ermöglichen.

Abbildung: Ulmer Stadtgefängnis (Nordwestansicht) -