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Gönner verzichtet auf erneute Kandidatur – Opposition ratlos / 25.2.2007
Wie erst jetzt bekannt wurde, erklärte der amtierende Oberbürgermeister Ulms Ivo Gönner in einer völlig überraschend für Sonntag einberufenen Pressekonferenz, dass er bei der Oberbürgermeister-Wahl am 2. Dezember als Kandidat nicht mehr zur Verfügung stehe. Wörtlich führte der OB aus: „Demokratie lebt vom Wechsel. Macht darf immer nur für eine bestimmte Zeit vergeben werden. Erbmonarchien sind ein Anachronismus.“
Gönner sagte weiter, er habe 16 Jahre lang maßgeblich und erfolgreich die Geschicke der Stadt gelenkt, nun sei es Zeit, dass die Macht in andere Hände übergehe. Das Beispiel seiner Parteigenossin Beate Weber, die nach 16jähriger Amtszeit als Oberbürgermeisterin in Heidelberg 2006 nicht mehr zur Wahl angetreten sei, habe ihm sehr imponiert. Andererseits habe ihm die Kanzlerschaft Helmut Kohls (1982-1998) nochmals überaus deutlich vor Augen geführt, welche enormen Probleme entstünden, wenn ein Amtsträger in der Demokratie zu lange an der Macht sei. Wie in vielen Bereichen könne man bei der Dauer öffentlicher Ämter von den USA lernen: „ Der mächtigste Mann der Welt darf nur zwei Amtsperioden die Macht innehaben. Das war in der langen Geschichte der Amerikaner nur von Nutzen für das amerikanische Gemeinwesen.“
Völlig überrascht von Gönners Entscheidung zeigten sich alle Fraktionen im Ulmer Gemeinderat. Ein führender Vertreter der Ulmer CDU erklärte, man brauche nun Zeit, um einen geeigneten Kandidaten zu finden. Man wolle abwarten, welche Vorschläge der Landesverband der CDU vorzubringen habe.