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Mitten ins Herz. Die Zukunft der Sozialdemokratie / 2.5.07

Der Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters in Ulm hat längst begonnen. Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, sprach der Amtsinhaber Gönner bei der Kundgebung des DGB auf dem Münsterplatz. Und wie immer traf der populäre Mann mit seiner Rede mitten ins Herz der Zuhörer.

Während sich die Gewerkschaftsfunktionäre in ihren Reden um die Legitimationskrise des politischen Systems sorgten, über Leistungsabbau im Gesundheitssystem lamentierten, den Abbau des Sozialstaates beklagten oder gegen die Verschwendung von Steuergeldern bei militärischen Auslandseinsätzen wetterten, hatte der Oberbürgermeister die Donauaktivitäten Ulms zum zentralen Thema seines Beitrages gemacht. Und das mit außerordentlich großem Erfolg: Als Gönner in der Forderung gipfelte, der DGB müsse sich am Haus der Donauakademie beteiligen, waren die Zuhörer auf dem Münsterplatz nicht mehr zu halten: Beifallsstürme brachen los, die anwesenden Funktionäre signalisierten durch heftigen Applaus Zustimmung, die Zuhörerschaft skandierte „Ivo!“ „Ivo!“ Es war überwältigend.

Man merkt eben: dieser Oberbürgermeister weiss, wo die Menschen in dieser Stadt und in diesem Land der Schuh drückt. Da sage noch mal einer, die Sozialdemokratie befinde sich in einer Identitätskrise. Die Ulmer SPD wäre angesichts ihres dramatischen Mitgliederschwundes gut beraten, ganz genau auf diesen Oberbürgermeister zu schauen, denn er weiss, wie man Vertrauen erhält und gewinnt.