Donaufisch - das erste virtuelle Gasthaus Ulms

Sie sind hier: Goldkehlchen
Zurück zu: Energie
Allgemein:

Goldkehlchen & die SWU-Mafia / 20.9.2011

Aus Zeitungsannoncen und von großen Plakaten lächelt uns zurzeit überall in der Stadt die Sängerin Isabelle Siyou Ngnoubamdjum an. Sie ist Gemeinderätin der Grünen. Mit einem grünen Turnschuh in der Hand fordert sie uns auf, diesen anzuziehen, und verspricht jedem 100 Euro Prämie, wenn er Strom und Gas bei den SWU kauft. Schließen wir die Augen, klingt in unseren Ohren Siyous neuster Song „A Lovely Place“. Mit eingängiger Melodie und hintergründigem Text in poetischem Gewand wird unser Unterbewusstsein von Ulms Goldkehlchen dazu überredet, uns der SWU-Energiemafia bedingungslos auszuliefern, weil die Welt „ein wundervoller Ort ist / Wie eine warme Umarmung“. Wer könnte da widerstehen?

[Abbildung]

Im Grunde kann jeder widerstehen, der noch klar bei Verstand ist. Die Zeiten, als die Stadtwerke Ulm ein Unternehmen waren, das für die Bürger arbeitete, sind längst vorbei. Heute kennen die SWU nur noch ein Ziel: Profitmaximierung.

Beim Anblick der Werbeanzeigen mit Siyou und beim Hören des Liedes begann am DF-Stammtisch sofort eine Diskussion, ob eine Gemeinderätin Werbung für ein städtisches Unternehmen machen und dabei tausende von Euro einsacken darf?

Als gewählte Vertreterin von Bürgern muss Siyou ja schließlich städtische Unternehmen wie die UWS und die SWU beaufsichtigen und ggf. deren Taten oder Untaten kritisieren, auch wenn sie nicht im Aufsichtsrat dieser Betriebe sitzt.

Ziemlich bissig reagierte unsere Intellektuelle Lucie Lu. Siyou sei einfach von bedauernswerter Naivität, meinte Lucie. Kein Wunder, sei sie doch auch zur Politik gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Von ihrer Partei bei der letzten Kommunalwahl 2009 auf Platz 29 nominiert, habe sie der Wähler (wahrscheinlich der leicht beschränkte männliche Wähler) auf Platz 6 hochgewählt. Von Politik verstehe diese Frau nichts, deshalb kapiere Siyou auch nicht, warum sie als Stadträtin nicht für die SWU werben könne.

Der Wirt war anderer Auffassung. Ohne es auszusprechen führte er die scharfe Kritik Lucies auf die Tatsache zurück, dass diese es einfach nicht verwinden konnte, unmusikalisch zu sein und beim Singen selten den richtigen Ton zu treffen. Der Wirt glaubte sicher zu wissen, dass Siyou von den Schergen der Ulmer Energiemafia unter Anwendung schrecklichster Drohungen zur Mitarbeit bei der Image- und Werbekampagne der SWU gezwungen worden sei.

Wie Quasselstrippe erfuhr, wurde Siyou sogar angedroht, ihrem Lebensgefährten Hellmut Hattler zeitlebens den Strom abzustellen, wenn sie nicht freundlich in die SWU-Kamera lächle und schön ins SWU-Mikro singe. Was der Stromentzug für Siyous Lebensgefährten bedeutet hätte, kann nur derjenige ermessen, der weiß, dass dem bekannten Musiker Hattler der Elektrobass das Wichtigste im Leben ist.

Nimrod vertrat dagegen den Standpunkt, dass Abgeordnete der Grünen ruhig in bezahlten Diensten von Unternehmen stehen könnten, die sie kontrollieren müssten. Alle Politiker der Grünen verfügten nämlich, wie der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer herausgefunden habe, über eine anatomische Besonderheit des Zwischenhirns: eine Drüse zwischen Hypothalamus und Hypophyse, die durch Hormonausschüttungen für absolute Bestechungsresistenz sorge.

Bei Politikern wie Joschka Fischer, der heute für RWE, BMW, Siemens und Rewe als Lobbyist arbeitet, und Marianne Tritz, der ehemaligen Bundestagsabgeordnete der Grünen, die jetzt Geschäftsführerin des Verbandes der Deutschen Zigarettenindustrie ist, hätte diese Hormondrüse im Zwischenhirn erstmals nachgewiesen werden können. Auch beim ehemaligen Gemeinderat der Grünen in Ulm, Markus Kienle, der nach seinem langjährigen Wirken als kritischer Volksvertreter in die gut bezahlten Dienste der Stadtverwaltung gewechselt ist und seitdem sein humanes Werk in aller Stille vollbringt, konnte Spitzer die Bestechungsresistenz nachweisen.

[Abbildung] Klicken Sie auf das Bild und hören Sie den SWU-SONG vom Donaufisch

Siyou legt Mandat nieder / 22.11.2011

Die Stadträtin der Grünen Isabelle Siyou Ngnoubamdjum wird ihr Gemeinderatsmandat in Ulm am 14. Dezember 2011 niederlegen.

Als Grund für diese Entscheidung nennen Parteifreunde der Musikerin, dass sie die politische Aufgabe als gewählte Rätin und ihre künstlerische Arbeit wegen vieler Auftritte und Proben nicht mehr vereinbaren könne.