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Donauakademie Ulm – eine „Nachdenkinstitution“ / 26.1.2010
Als Mitte 2008 die Europäische Donauakademie Ulm (EDA) von einigen älteren Herren gegründet wurde, wusste so mancher Bürger nicht recht, welchem Zweck diese Einrichtung dienen und welchen Nutzen sie haben sollte. Die Einen hielten die EDA für eine Zweigstelle der Ulmer Volkshochschule, die Fortbildungsveranstaltung für Ulmer Ruheständler organisiert (inklusive touristischer Ausflüge in alle Donauländer); die anderen vermuteten, dass es sich um eine Selbsthilfegruppe handelt, die sich dem geistigen Fitnesstraining im Alter widmet.
Anlässlich des einjährigen Bestehens der Donauakademie traten jetzt deren wichtigsten Männer Peter Langer, Harald Traue, Gerhard Mayer, Jürgen Dangel und Peter Zwey vor die Ulmer Presse und klärten die interessierte Öffentlichkeit auf: Die Donauakademie ist eine „Nachdenk-Institution“, in der über die EU-Donaustrategie philosophiert und über das reale und visionäre Europa reflektiert wird. Noch Fragen?
Uns fielen am Stammtisch einige ein. Die wichtigste war: Wenn unter „Donaustrategie“, wie es die EU – Kommission tut, grenzüberschreitender Ausbau der Verkehrsnetze, Zusammenarbeit von Unternehmen und Umweltschutzmaßnahmen verstanden wird, worüber müssen dann die fünf Herren noch philosophieren?
Rechenschaftsbericht 2009
Um den Bürgern Einblicke in ihre Arbeit zu gewähren, hat die Akademie nun ein Jahrbuch vorgelegt. Autor ist Dr. Peter Zwey. Schon der Titel des 168 Seiten umfassenden Werkes („Die Donau – Hauptstraße Europas. Revue der Europäischen Donauakademie“. Verlag Klemm & Oelschläger. 19,80 Euro) nährt nicht gerade die Erwartung, dass hier in sachlicher Weise Aufklärung über die Tätigkeit der “Nachdenkinstitution“ betrieben wird. In einem Pressegespräch sprach der Autor bescheiden davon, dass das Jahrbuch durch die darin enthaltenen literarischen Texte, „bleibende Werte“ geschaffen habe.
Sechs Literaturveranstaltungen fanden 2009 im Rahmen der Donauakademie und in Verantwortung Peter Zweys statt. Durchschnittlich erschienen weniger als zehn Gäste. Auch an den Abenden mit Bundesbildungsministerin Schavan und dem IG-Metallvorsitzenden Berthold Huber blieben die Zuhörerplätze leer. Angesichts solcher Tatsachen klingen die Worte Prof. Harald Traues gegenüber dem gutgläubigen Redakteur der Südwestpresse wie Hohn: „Unsere Arbeit ist nicht immer ein Massenmagnet, aber wir haben unseren Anspruch eingelöst“ (SWP vom 23.1.2010). Fazit: Außer Spesen nichts gewesen.
Verschwörungstheorie oder Invasion vom Mars
Auch auf dem Felde der politischen Analyse und der politischen Meinungsäußerung betätigt sich der Literaturkenner und Jahrbuchautor der Donauakademie Zwey seit geraumer Zeit. In seiner ganz eigenen Methode der inspirativ-assoziativen Betrachtung (die sich vor allem an den Schriftstellern Richard Wagner und Herta Müller orientiert) kommt er zu erstaunlichen Ergebnissen bei der Darstellung und Bewertung politischer Vorgänge in einigen Ländern des ehemaligen Ostblocks, vor allem in Rumänien. In Rumänien herrscht immer noch die Clique um den vor 20 Jahren gestürzten Diktator Ceausescu. Dessen Geheimdienst, die Securitate, infiltriert die deutsche Verwaltung und die deutschen Medien.
Handlanger der Sekuritate sitzen auch in der EU in Brüssel und in Strasbourg.
Unbemerkt werden Deutschland und dessen dumme Massen von der kommunistischen Ideologie, die aus den alten Warschauer Pakt Staaten kommt, vergiftet. Aber hören Sie selbst, wie der Mitarbeiter der „Nachdenkinstitution“, die Lage beurteilt. In einem Beitrag für sein Blog schreibt Zwey am 11.12.2009:
„Es ist wahr, der Osten sucht uns schleichend heim, er rollt uns klammheimlich auf, versetzt uns mit seinem widerlichen Gesinnungs-Gift der dummen Gleichheitsphilosophie, denn diese imponiert und zündet bei den Massen unserer lauwarmen Demokratie. Man denke nur an die Popularität des schwadronierenden Zwerges Gysi, wie absurd der bejubelt wird, weil er so niedlich daher quatscht. Niemand sieht unter die Maske des talkenden Fernsehlieblings.“
Ähnliche Überlegungen brachte Herr Dr. Zwey auch im Donaubüro-Newsletter im Dezember 2009 zu Papier. Daraufhin verbot ihm der Ulmer Finanzbürgermeister einen zweiten ähnlichen Kommentar, der jetzt im Januar veröffentlicht werden sollte. Auch Zweys Mitarbeit in der Donauakademie steht in Frage, da der „Werkvertrag“ als Literaturreferent nicht verlängert wird. Der „streitbare wie unbequeme Autor“ (H-U. Mayer, SWP 23.1.10) heult nun auf und spricht von „Zensur“.
In einem Leserbrief (SWP 25.1.2010) schrieb gestern ein besorgter Ulmer, dass „pfauenartigen, narzisstischen Egomanen“ in der Donauakademie und im Donaubüro keine Plattform geboten werden dürfe. Wenn das durchgesetzt werden soll, müssen einige Personen aus diesen Institutionen ausscheiden. Wir vom DF-Stammtisch halten es ohnehin für das Beste, beide Einrichtungen rasch zu schließen, Herrn Langer mit allen Segenswünschen nach Brüssel ziehen zu lassen und den Bürgern die Verschwendung weiterer Gelder zu ersparen.
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